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Was bedeutet Hygroskopie bei der Lagerung von Gewürzen?

Warum Salz, Gemüsebrühe und feine Gewürzpulver Feuchtigkeit aus der Raumluft binden und feste Klumpen bilden.

Von Veröffentlicht am 2 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Hygroskopie bezeichnet in der Chemie und Physik die Eigenschaft von Stoffen, Feuchtigkeit in Form von Wasserdampf aus der Umgebungsluft aufzunehmen und zu binden. In der Küche betrifft dies vor allem Salz, Zucker, Gemüsebrühe und fein gemahlene Gewürzpulver, die bei Kontakt mit feuchter Luft oder Kochdampf verklumpen.

  • Hygroskopische Stoffe ziehen Wasserdampf aus der Raumluft an und binden ihn an ihrer Oberfläche.
  • Besonders stark ausgeprägt ist dieser Effekt bei Speisesalz, Zucker, Gemüsebrühe sowie Knoblauch- und Zwiebelpulver.
  • Fein gemahlene Pulver nehmen durch ihre große Gesamtoberfläche deutlich schneller Feuchtigkeit auf als ganze Samen.
  • Luftdichte Behälter und das Dosieren fernab von dampfenden Kochtöpfen verhindern das Verklumpen.

Definition und Ursache in der Küche

Unter Hygroskopie (von altgriechisch hygrós für „feucht“ und skopein für „betrachten“) versteht man die Fähigkeit eines Stoffes, Wassermoleküle aus der umgebenden Raumluft anzuziehen. Wie stark ein trockenes Lebensmittel auf Luftfeuchtigkeit reagiert, hängt von seiner chemischen Zusammensetzung und seiner Oberfläche ab. Fein gemahlene Pulver besitzen im Verhältnis zu ihrem Volumen eine sehr große Gesamtoberfläche und bieten dem Wasserdampf dadurch besonders viel Angriffsfläche.

Nimmt ein hygroskopisches Pulver Feuchtigkeit auf, lösen sich wasserlösliche Bestandteile wie Salze oder fruchteigene Zucker an den Korngrenzen leicht an. Beim anschließenden Trocknen verbinden sich die Partikel zu festen Brücken – das Pulver wird hart. Besonders anfällig sind Gewürzsalz, gekörnte Brühe sowie feines Zwiebel-, Knoblauch- und Paprikapulver. Industriell hergestellte Mischungen enthalten deshalb oft eine Rieselhilfe, die das Wasser bindet, bevor die Körnchen verkleben.

Bedeutung für die Gewürzaufbewahrung

Im Küchenalltag macht sich die Hygroskopie vor allem bemerkbar, wenn direkt aus dem Vorratsglas über einem dampfenden Topf gewürzt wird oder Behälter in Herd- und Spülmaschinennähe lagern. Schon kurze Dampfstöße reichen aus, um die feinen Löcher von Streueinsätzen zu verstopfen und den Glasinhalt zu verfestigen. Zudem begünstigt eine dauerhaft erhöhte Feuchtigkeit im Behälter den Verlust flüchtiger Aromastoffe und im Extremfall die Bildung von Schimmel.

Um wasseranziehende Zutaten trocken zu halten, sind Gefäße mit zuverlässiger Silikondichtung oder fest schließende Aromadosen notwendig. Wie Sie im Alltag verhindern, dass Gewürze verklumpen, und festes Pulver wieder lösen, lesen Sie im verlinkten Ratgeber.

Quellen

  1. Gemüsebrühe klumpig: Kann ich sie noch verwenden?, ÖKO-TEST, abgerufen am

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